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Ministerium für auswärtige Angelegenheiten

5. Februar: Runeberg-Tag - Botschaft von Finnland, Berlin : Aktuelles

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Nachrichten, 05.02.2003 | Generalkonsulat von Finnland, Hamburg

5. Februar: Runeberg-Tag

Der 5. Februar, der Geburtstag von J.L. Runeberg, wird in Finnland mit diversen Literaturveranstaltungen gefeiert. Man isst ausserdem sog. "Runeberg-Törtchen", die das Lieblingsgebäck des Literaten waren.

Das wohl bekannteste Werk von Johan Ludvig Runeberg sind die "Erzählungen des Fähnrich Stål", eine Sammlung heroischer Gedichte, die den Finnischen Krieg 1808-09 beschreiben. In der Einleitung befindet sich eine Huldigung an das Vaterland, "Unser Land", ein Gedicht, das später von Frederic Pacius vertont wurde und heute die Nationalhymne Finnlands ist.

Johan Ludvig Runeberg wurde am 5. Februar 1804 in Pietarsaari/Jakobstad an der finnischen Westküste geboren. Nach einem Studium der klassischen Sprachen und Philosophie an der Åbo Akademie nahm Runeberg eine Stellung als Lektor in Porvoo an, wo er bis zu seinem Tode 1877 auch lebte. In Pietarsaari sind einige historische Stätten aus dem Leben von Runeberg erhalten geblieben, so z.B. die sog. "Runeberg-Hütte", eine von Runebergs Vater, Kapitän zur See Lorentz Ulrik Runeberg, 1810 errichtete Jagd- und Fischerhütte. In diesem Häuschen verbrachte der Dichter die Sommer seiner Kindheit. In Porvoo kann man das Haus besichtigen, in dem Runeberg mit seiner Frau von 1852 bis zu seinem Tode lebte.

Passend zum Runeberg-Tag tauchen in den Geschäften und Konditoreien in Finnland auch die Runeberg-Törtchen auf. Es heisst, dass Runebergs Frau Frederika Runeberg, die auch eine Schriftstellerin war, ihrem Ehemann diese Törtchen gebacken hat. Die Direktorin des Museums von Porvoo und des Runeberg-Hauses, Marketta Tamminen, schreibt jedoch in ihrem Artikel in der Helsingin Sanomat (31.1.2002), dass ihrer Meinung nach die ursprünglichen Törtchen aus einer Bäckerei stammen. Der Gastwirt und Konditor Astenius verkaufte dieses zylinderförmige Gebäck bereits Ende der 1840er Jahre. Nachdem diese Törtchen zu Runebergs Lieblingsgebäck avancierten, hat man in der Konditorei begonnen, sie Runeberg-Törtchen zu nennen. Der Name ging in den allgemeinen Sprachgebrauch über und in einer Zeitungsanzeige aus dem Jahre 1865 kann man lesen, dass das Café Ekberg in Helsinki Runeberg-Törtchen verkauft. Ein Geselle aus der Konditorei von Astenius wechselte nämlich zu Café Ekberg und so, vermutet Marketta Tamminen, gelang das Rezept nach Helsinki.

Das Originalrezept der Runeberg-Törtchen ist leider nicht erhalten geblieben, aber es ist überliefert worden, dass der Teig ausser Weizenmehl Semmelbrösel oder Kuchenkrümel sowie gemahlene Mandeln enthielt. Diese Zutaten sind in den meisten heutigen Rezeptvarianten enthalten. Einige befeuchten die Törtchen mit Rum, andere mit Punsch. Manche füllen sie mit Marmelade, manche wiederum nicht. Im Café Ekberg hat man die Törtchen seit Jahrzehnten nach dem gleichen Rezept gebacken und dort sagt man, dass sie trocken sein müssen. Hier ist eine Variante der Runeberg-Törtchen:

RUNEBERG-TÖRTCHEN

150 g Butter oder Margarine
1 1/2 dl Zucker
2 Eier
1 dl gemahlene Mandeln (ca 50 g )
1 1/2 dl Weizenmehl
1 1/2 dl Semmelbrösel (teils aus gekrümelten Pfefferkuchen)
1 Teel. Backpulver
1/2 dl Sahne

Dekoration:
1 dl Puderzucker
ca. 1/2 Essl. Wasser
(Himbeer-)Marmelade

Das weiche Fett und den Zucker verrühren, die Eier einzeln hinzufügen und gut durchrühren.. Danach Sahne und die miteinander vermischten trockenen Zutaten hinzufügen. Alles schnell zu einem glatten Teig verrühren.
Den Teig in kleine Backförmchen verteilen, am liebsten in Zylinderform, d.h. mit einer geraden Kante. Die Förmchen nur zu 2/3 füllen. Mit einem bemehlten Daumen eine Mulde in die Mitte des Törtchens drücken und mit Marmelade füllen. Bei 200º ca. 15 Minuten backen.
Die abgekühlten Törtchen mit Marmelade bestreichen. Puderzucker mit dem Wasser vermischen, so dass eine cremige Masse entsteht. Mit dem Zuckerguss einen Ring auf die Törtchen spritzen (oder tröpfchenweise mit Hilfe eines Löffels).
Wenn Sie keine Pfefferkuchen haben, können Sie den Teig mit 1 Teel. Zimt und ½ Teel. Nelken abschmecken. Man kann den Teig auch mit Bittermandelöl abschmecken oder die Törtchen vor der Dekoration mit einer Mischung aus Zucker, Wasser und Rum tränken.

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Aktualisiert 18.06.2008


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